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Historischer Verein für Württembergisch Franken e.V.

gegründet 1847

Leihgaben in der Ausstellung „Murten, ausgeschlachtet“ in Bern

Für die Ausstellung «Murten, ausgeschlachtet. Ein Sieg wird in Szene gesetzt» im Bernischen Historischen Museum in der Schweiz konnten bedeutende Bestände des Historischen Vereins für Württembergisch Franken in Schwäbisch Hall als Leihgaben zur Präsentation gebracht werden. Die Ausstellung widmet sich dem berühmten historischen Panorama „Schlacht bei Murten“ und der Geschichte seiner Rezeption, inszenierungsgeschichtlichen Kontexten sowie musealen Vermittlungsformen.

Ein Architekturmodell des Panoramagebäudes, das die räumliche Präsentationsform eines Panoramas veranschaulicht und die Bedeutung der spezifischen Ausstellungsarchitektur im 19. Jahrhundert betont.

Aus dem reichen künstlerischen Nachlass des in Schwäbisch Hall geborenen Malers Louis Braun (1836–1916) – dessen Hauptbestand sich im Hällisch-Fränkischen Museum befindet und dessen Werk maßgeblich zur Geschichte der Panoramen im 19. Jahrhundert beiträgt – wurden für die Ausstellung mehrere Schlüsselobjekte ausgeliehen:

  • Vorzeichnungen zum Murten-Panorama: diese Studienblätter geben Einblick in Brauns konzeptionelle Arbeitsweise, seine Kompositionsüberlegungen und die präzise Vorbereitung eines monumentalen Rundbilds.
  • Eine Ölskizze mit der Darstellung eines Armbrustschützen – ein Zwischenstadium der Ausarbeitung, das die künstlerische Figuration und das dramaturgische Arrangement des geplanten Großbilds erkennbar macht.
  • Ein Architekturmodell des Panoramagebäudes, das die räumliche Präsentationsform eines Panoramas veranschaulicht und die Bedeutung der spezifischen Ausstellungsarchitektur im 19. Jahrhundert betont.

Louis Braun, der in Stuttgart und Paris ausgebildet wurde und als bedeutendster deutscher Panoramamaler seiner Zeit gilt, schuf 1893/94 das Murtenpanorama im Auftrag der Schweizerischen Panoramagesellschaft. Dieses Öl-Rundbild über die Schlacht von Murten (1476) zählt zu den wenigen erhaltenen Monumentalpanoramen des 19. Jahrhunderts und ist ein herausragendes Zeugnis der Panorama-Kunst, die damals als Höhepunkt historischer Großbildmalerei galt.

Dass diese Exponate nun in Bern präsentiert werden, eröffnet Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, nicht nur das Panorama selbst als Objekt der medien- und kunstgeschichtlichen Reflexion zu erleben, sondern auch die vorbereitenden künstlerischen Prozesse, die zu seiner Entstehung führten. Die Leihgaben des Historischen Vereins tragen damit wesentlich zur wissenschaftlichen und ästhetischen Erschließung dieses vielschichtigen Ausstellungsprojekts bei.

Die Ausstellung im Bernischen Historischen Museum ist ab dem 25. Februar 2026 bis 9. Mai 2027 zu sehen.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden sie hier:

Impressionen der Ausstellung