Im Rahmen seines Vortrag über Götz von Berlichingen im Februar 2026 hatte
Freiherr Goswin von Mallinckrodt den Historischen Verein zu einem Besuch auf der
Gamburg eingeladen. Dieser fand am 19. September statt. Rund dreißig Mitglieder
waren der Einladung des Vereins zur Exkursion dorthin gefolgt. Herr von
Mallinckrodt, der Hausherr, führte die Gruppe durch die Burganlage und den
angrenzenden Burggarten.
Die Gamburg beherbergt mit den sogenannten Barbarossa-Fresken aus der Zeit um
1200 eine Sehenswürdigkeit von herausragender Bedeutung. Es handelt sich dabei
um die ältesten profanen Wandmalereien nördlich der Alpen. Zu sehen sind darauf
Szenen aus dem dritten Kreuzzug, unter anderem zeigen sie Kaiser Friedrich
Barbarossa bei der Belagerung der byzantinischen Stadt Adrianopel (heute Edirne) im
November 1189. Der Kreuzzug wurde im Frühjahr 1190 abgebrochen, nachdem der
Kaiser im Fluss Saleph ertrunken war.
Der damalige Burgherr war als Gefolgsmann Barbarossas an der Unternehmung
beteiligt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Geschichte des Kreuzzugs im Bild
festhalten und den Saal des Palas (heute Rittersaal) damit ausmalen. Bei Bauarbeiten
im Jahr 1986 stieß man auf Reste dieses einst den gesamten Raum umfassenden
Wandgemäldes.
Nach der Besichtigung ließ die Gruppe den Besuch bei herrlichem Frühherbstwetter
auf der Terrasse des Burgcafés ausklingen. Dieser Ausflug war für alle ein besonderes
Erlebnis, entsprechend positiv das anschließende Echo der Teilnehmer.